|
Faszination der Chemie. zurück
Schlossschule -Arbeitsgemeinschaft für Viertklässler - Grundschülern wird "die Welt ein Stück näher gebracht" -Unterstützung des Projektes durch Pia und Brian Fera
HEPPENHEIM..
Gespannt hatten sich die Mädchen und Jungens ihre Plätze gesucht. Draußen war
richtig schlechtes Wetter, da fiel es leicht,länger in der Schule zu bleiben. Aber auch sonst hätte sich keiner auf den Heimweg machen wollen. Es war viel zu spannend, was die Gruppe der Viertklässler erwartete. Erstmals haben sie sich in dieser Woche in kleiner Runde als Chemie-Arbeitsgemeinschaft {AG)in der Heppenheimer Schlossschule getroffen. In den kommenden Wochen und Monaten erleben sie, wie schon eine Schülergruppe im voran gegangenen Halbjahr, an gleicher Stelle die Faszination der Chemie. Diese, das soll erlebbar werden, ist im Alltag weit gegenwärtiger wie oft wahrgenommen. Den Zehnjährigen wird in der
Arbeitsgemeinschaft der Grundschule die Welt ein Stück näher gebracht. Sehen und verstehen, das Motto. "Ich will wissen, wie sich die Erde in den nächsten Jahren entwickelt" oder auch "Experimente sind spannend und interessant", sagten die Kinder, die am Donnerstag beim ersten Treffen in einem der Klassensäle beisammen saßen, und erklärten damit ihr Interesse an der AG. Geleitet wird diese von Pia Fera. Sie ist Gymnasial1ehrerin für Biologie sowie Chemie und unterstützt ehrenamtlich das Projekt an der Grundschule. Junior Anthony Fera saß in der Gruppe der AG-Neulinge gespannt an der Seite seiner Mitschüler, und mit Ehemann Brian Fera hat sich ein Förderer aus der Wirtschaft gefunden, dem die Nachwuchsarbeit besondere Herzensangelegenheit ist und der an diesem Tag in der Schule vorbeischaute. "Die Kinder von heute sind die qualifizierten Fachkräfte von morgen", begründete Brian Fera sein Engagement und ergänzte; " Wir wol1en in der Bevölkerung mehr Verständnis für Chemie schaffen."
Experimente mit Rotkohlsaft
Fera ist geschäftsführender Gesellschafter der in Heppenheim ansässigen Firma Wicom. Sein Unternehmen ist in der Herstellung und im Handel von Zubehör für Labors sowie in der Reparatur und in der Prüfung tätig, für die Schule hat er zehn Chemieboxen zur Verfügung geste11t. Darin findet sich eine solide Grundausstattung für Experimente, die von Reagenzgläsern über Petrischalen bis zu Messbehältern reicht. Am professlonellen Equipment hat es der Chemie-AG lange Zeit gemange1t.
Pia Fera erzählte: "Am Anfang haben wir uns mit Marmeladengläsern beholfen." Doch auch mit solch einfachsten Mitteln kam die Gruppe voran. Natürlich sind es nicht die großen Versuchsaufbauten, die in der Grundschule umgesetzt werden, "Wir machen einfache Experimente", sagte Pia Fera bei der Übergabe der Chemieboxen und fugte hinzu: " Wir experimentieren zum Beispiel mit Rotkohlsaft."
Das sei ein prima Indikator. Die Schüler fasziniere dies, und sonst bedienen sie sich bei ihrer Forschung ganz alltäglicher Dinge: "Vor Weihnachten haben
wir Backpulver und anderes analysiert", stel1te Pia Fera die Praxisnähe dar. Chemie, das heiße Stoffe, und Veränderungen wahrzunehmen und zu hinterfragen, betonte sie und ihr Mann unisono. Den Schülern mache es immer wieder Spaß.
In der Schlossschule werden die Naturwissenschaften seit einigen Jahren besonders begabten Kindern aus dritten und vierten Klassen in Arbeitsgemeinschaft näher gebracht. Unterstützung kommt aus einem Förderprogramm der Landesregierung, wie Schul1eiterin Traude Hornig am Donnerstag sagte. Schon Drittklässler beschäftigen sich in einer
" Wer? Wie? Was?-AG" mit Basics aus der Biologie, Physik und Chemie. Für Viertklässler gibt es seit dem Schuljahr 2002/2003 eine Mathematik-AG, und zu Beginn des laufenden Schuljahres kam die Chemie-AG hinzu. Von September 2006 bis Ende Januar 2007 experimentierte eine erste Schülergruppe gemeinsam mit Pia Fera, nun ist die zweite Gruppe an der Reihe. „Es sind Themen, die die Kinder interessieren“, stellte Schulleiterin Hornig das sachte Heranführen an die Naturwissenschaften in der Europaschule am Marktplatz dar.
Beifall fand das Konzept, das eine Verzahnung mit anderen Schulen einschließt bei Brian Fera, der in einer langfristig angelegten Betrachtung hofft, dass Ergebnisse aus der Pisa-Studie wieder zurechtgerückt werden und der Zuspruch zu den Hochschulen weiter belebt wird. "Für mich ist das ein Teil der Schule von Morgen", kommentierte Fera das Tun der Arbeitsgemeinschaften der Schlossschule.
An eben dieses Thema soll eine Veranstaltung anknüpfen, die
er als Sektionssprecher Bergstraße des Wirtschaftsrates Deutschland im Sommer in Heppenheim initiiert und zu der Hessens Kultusministerin Karin Wolff Ihr Kommen angekündigt hat, so Fera, der die Schlossschule beim Thema "Schule von Morgen" in einer Vorreiterrolle sieht. zet
|