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Malteser Hilfsdienst Heppenheimer Stadtgliederung feiert heute 45. Geburtstag
Gottesdienst und Fahrzeugweihe Heppenheim.

Der Malteser Hilfsdienst (MHD) ist in Heppenheim im Sanitäts- und Rettungsdienst ebenso wie in sozialen und karitativen Bereichen eine feste Größe. Ohne die Hilfsorganisation ging an manchen Stellen in der Stadt nichts, etliches wäre zumindest schwierig zu organisieren. Jetzt feiert die Gruppierung, die nach eigenen Angaben rund 900  Mitglieder zählt, Jubiläum. Nicht das ganz große, sondern 45 Jahre, aber dennoch eine gute Gelegenheit für eine Standortbestimmung.Logo


Brian Fera spendet 3000 Euro für neue Jacken


Fast wie ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk dürfte es manchem vorgekommen sein, als dieser Tage dringend benötigte Spezialjacken für die Helfer im Rettungsdienst übergeben wurden. Notwendig wurde der Kauf aufgrund neuer Sicherheitsstandards. Möglich gemacht hat ihn eine Spende von 3000 Euro von Brian Fera, Chef der in Heppenheim ansässigen Firma Wicom. Und der weiß sehr genau, wo die Helfer selbst Hilfe benötigen. Fera ist nicht nur Unternehmer, sondern unterstützt als ehrenamtlicher MHD-Kreisbeauftragter die Organisation an der Bergstraße mit großem persönlichem Engagement.

Einsatzjacken für die Malteser

Die offizielle Übergabe der Einsatzjacken erfolgte kurz vor einer klein gehaltenen Feier zum Jubiläum des Malteser Hilfsdienstes in Heppenheim. Diese beginnt am Samstag (26.) um 18.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche Sankt Peter, im Beisein des Mainzer Domkapitulars Hans-Jürgen Eberhard. Anschließend wird ein neuer Rettungswagen geweiht. Den Ausklang macht eine Feier mit geladenen Gästen in der MHD-Unterkunft. Das Programm zeigt die enge Verbundenheit des Hilfsdienstes mit Kirche und Gesellschaft.

Die Wurzeln der Organisation gehen mehr als 900 Jahre zurück und gründen im Malteser-Orden. Dieser ist bis heute Träger der internationalen Organisation. In Heppenheim wurde der Hilfsdienst in der katholischen Weststadtpfarrei „Erscheinung des Herrn“ 1964 aus der Taufe gehoben. Am Anfang stand ein Erste-Hilfe-Kurs, angeboten von Maltesern aus Mainz für Jugendliche. Maßgeblich unterstützt von Marlene Kämmerling, der Schwester des damaligen Pfarrers von „Erscheinung des Herrn“, Paul Kämmerling, und zugleich gelernte Krankenschwester, nahm die Gründung der Stadtgliederung der Malteser in der Kreisstadt seinerzeit Form an. Diese ist als gemeinnütziger Verein eingetragen.


Bausubstanz bereitet teilweise Probleme

Nach zehn Jahren in Räumen der Pfarrgemeinde kamen die Malteser, nicht zuletzt dank Hilfe aus dem Rathaus, zur ersten eigenen Unterkunft an der Gräffstraße. Es folgten zwei weitere Umzüge bis zum Einzug vor 15 Jahren in das jetzige Domizil an der Ludwigstraße (B 3). Auf dem Areal hat der Hilfsdienst Hallen und Räume. Aktuelles Problem: die bauliche Substanz bereitet teilweise Sorge, eine kostenintensive Sanierung steht an. Diskutiert wurde dies bereits öffentlich. Mit dem Ergebnis, so MHD-Stadtbeauftragter Christian Böhm, „dass die Stadt auf die Malteser zugegangen ist und derzeit an einem Lösungskonzept gearbeitet wird.“

Das ist dringend notwendig, denn ohne funktionierende Infrastruktur kann die Organisation ihr umfassendes Leistungspaket nur schwierig aufrecht halten. Über die Jahrzehnte hat der MHD sein Angebot in Heppenheim konsequent ausgebaut und den Bedürfnissen in der Stadt angepasst. Im Rettungsdienst sind die Helfer in die Bereitschaft eingebunden und fahren viele Einsätze, im Katastrophenschutz haben sie ebenso ihren festen Platz. Bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen stellen sie den Sanitätsdienst, sie unterstützen die Seniorenarbeit, bieten Besuchs- und Begleitdienste, Hausnotruf sowie Essen auf Räder, und sie sind in der Jugendarbeit aktiv.

Die Aufzählung ließe sich fortsetzen mit dem Ergebnis: Der Malteser Hilfsdienst ist eine moderne Organisation, in der viele, Jugendliche wie Erwachsene, uneigennützig tätig sind. Aktiv mitmachen kann jeder ab 16 Jahren, „nach oben keine Grenzen“, sagt Böhm. Ausdruck des starken Engagements ist eine Zahl, die Zugführer Adam Schmitt errechnet hat: 2008 addierte sich die ehrenamtliche Arbeit des MHD in Heppenheim auf 19 187 Stunden. Müsste diese Arbeit hauptamtlich erbracht werden, wären zehn Stellen nötig. Die Malteser können nach 45 Jahren zufrieden und mit Stolz zurückblicken. Jetzt heißt es, die Herausforderungen der Zukunft annehmen. Die werden nicht unerheblich sein. (Starkenburger Echo, Samstag den 26. September 2009)